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Alles frisch im Kühlschrank – so räumen Sie den Kühlschrank richtig ein

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Wer kennt das nicht – der Wocheneinkauf ist erledigt und muss jetzt schnell in den Kühlschrank. Geschafft! Doch sind die Lebensmittel auch alle richtig eingeräumt? Durch eine geeignete Lagerung können Sie Ihre Leckereien sehr viel länger frisch genießen. Denn im Kühlschrank gibt es unterschiedliche Temperaturzonen. Manche Lebensmittel sind besser in den kühleren Bereichen, manche besser bei höheren Temperaturen aufgehoben. Wenn Sie Ihren Kühlschrank systematisch einräumen, machen Sie alles richtig. Wir sagen Ihnen hier, wie das geht.

Alles frisch in der Küche

Eine neue Küche will ausgiebig genutzt werden – am liebsten beim Kochen und Schlemmen mit guten Lebensmitteln. Damit diese möglichst lange frisch bleiben und nichts unnötig weggeworfen wird, ist die richtige Lagerung das A und O. Aber keine Sorge, das Einräumen des Kühlschranks ist keine Wissenschaft. Es gibt jedoch durchaus ein paar hilfreiche Tipps, damit die Lebensmittel so lange wie möglich frisch und genießbar bleiben.

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Die Kühlzonen des Kühlschranks – Welche Temperatur für welche Lebensmittel?

Genauso wie sich die Wärme in einem Zimmer unterschiedlich ausbreitet, gibt es auch im Kühlschrank mehrere verschiedene Temperaturzonen, die ebenfalls als Kühlzonen bekannt sind. Obwohl physikalische Gesetze für die Temperaturunterschiede verantwortlich sind, sind Kühlschränke nicht unbedingt alle gleich. Sie können jedoch davon ausgesehen, dass es in den oberen Fächern grundsätzlich wärmer ist als in den unteren Bereichen.

Die meisten Kühlgeräte verfügen über ein oberes Fach mit milden Temperaturen, ein kühles mittleres Fach sowie einen sehr kühlen unteren Bereich. Zusätzlich finden sich in den meisten Geräten extra Gemüsefächer sowie ein Eis- oder Tiefkühlfach. Damit die Lebensmittel besonders lange frisch bleiben, sollte man beim Einräumen des Kühlschranks die verschiedenen Kühlzonen beachten.

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Lebensmittel richtig einräumen – Was gehört in welches Fach?


Oberes Fach:

Da warme Luft bekanntlich nach oben steigt, herrschen im oberen Bereich des Kühlschranks milde Temperaturen zwischen 8 bis 10 Grad. Hier lagern Sie am besten offene Speisen wie Konserven mit Mais, angebrochene Einmachgläser und geräucherte Lebensmittel, da diese kaum Kühlung benötigen.

Weiterhin sind im oberen Bereich Käse, Ketchup, Senf, Salatdressings sowie verpackte Reste von Mahlzeiten gut aufgehoben. Darüber hinaus fühlen sich hier auch verschiedene Südfrüchte wie Papaya, Melone oder Ananas wohl: Damit die Früchte weder an Geschmack verlieren noch ihre Konsistenz verändern, sollten sie nicht bei unter 6 bis 7 Grad Celsius gelagert werden.

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Mittleres Fach:

Die Mitte des Kühlschranks eignet sich mit 4 bis 5 Grad hervorragend für die Aufbewahrung von Milch und Molkereiprodukten wie Sahne, Joghurt, Crème Fraîche oder Speisequark. Auch Buttermilch oder Schmand gehören in das mittlere Fach des Kühlschranks. Unser Tipp: Berücksichtigen Sie beim Einräumen das sogenannte „First Expired – First Out“-Prinzip, das kurz als FeFo-Verfahren bezeichnet wird: Was zuerst abläuft, sollte zuerst verwendet werden. Stellen Sie deswegen die Produkte mit der kürzesten Mindesthaltbarkeit ganz nach vorne.

Unteres Fach:


Die kälteste Zone befindet sich im Kühlschrank in der Regel ganz unten über dem Gemüsefach, wobei die Temperaturen an der Rückwand besonders niedrig sind. Bei sehr kühlen 2 bis 3 Grad lagern Sie am besten leicht verderbliche Lebensmittel wie frischen Fisch, Fleisch und Wurst. Nehmen Sie frisches Fleisch aus der Verpackung und legen Sie es auf einen Teller, den Sie anschließend mit Frischhaltefolie abdecken, um von einer längeren Genießbarkeit zu profitieren. Zusätzlich eignet sich das untere Fach auch sehr gut zum schonenden Auftauen von Tiefkühlkost.

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Biofresh-/Longfresh-Fach:


Gerade moderne Kühlgeräte haben meist zwei Fächer, in denen mit knapp über 0 Grad die kühlste Lagertemperatur herrscht. Daher werden die Bereiche auch als Null-Grad-Fächer bezeichnet. Dank der niedrigen Temperatur und einer hohen Luftfeuchtigkeit von etwa 90 Prozent bleiben Lebensmittel deutlich länger frisch und trocknen nicht aus. Frischer Fisch hält sich hier beispielsweise dreimal so lange wie in einem normalen Fach.

Gemüsefach:


Im untersten Bereich des Kühlschranks wird es wieder ein wenig wärmer. Weil die Glasplatte über dem Gemüsefach verhindert, dass die kalte Luft absackt, herrschen hier rund 6 bis 8 Grad – die optimale Temperatur für Obst und Gemüse. Bewahren Sie hier beispielsweise Salat, Kohlgemüse, Lauch, frische Kräuter oder Erdbeeren und Birnen auf. Allerdings gibt es hier einige Ausnahmen zu beachten: Kartoffeln verändern im Kühlschrank ihren Geschmack, während Tomaten an Aroma verlieren. Deswegen sollte dieses Gemüse bei Zimmertemperatur gelagert werden. Auch Zucchini und empfindliche Südfrüchte wie Bananen haben im Kühlschrank nichts zu suchen.

Türfächer:


Die physikalischen Gesetze, die für das Innere des Kühlschranks gelten, bestimmen natürlich ebenso die Temperaturen in der Kühlschranktür: Oben ist es am wärmsten und unten am kühlsten. Zudem sollten Sie beachten, dass sich beim Öffnen der Türe, die Temperatur erhöht, sodass es in den Türfächern stets wärmer ist als im Innenraum des Kühlgeräts. Die Temperaturen liegen hier durchschnittlich zwischen 8 bis 12 Grad. Damit die Butter streichfähig bleibt, ist sie am besten im oberen Bereich der Tür aufgehoben. Auch Eier kommen mit wärmeren Temperaturen gut zurecht.

Das mittlere Türfach können Sie mit Soßen wie Senf, Ketchup oder Sojasoße befüllen. Ebenso finden hier angebrochene Marmeladengläser sowie Tuben mit Tomatenmark oder geöffnete Einmachgläser ihren Platz. Das untere Fach ist für Getränke vorgesehen. Lagern Sie hier Säfte, Weißwein- oder Sektflaschen. Für Milch ist hier allerdings zu warm, diese sollte wie bereits erwähnt im mittleren Kühlschrankfach aufbewahrt werden.

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Tiefkühlfach:


Besitzt man keine Gefriertruhe, stellt ein Tiefkühlfach eine praktische Alternative dar. Gefrierfächer gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, die nach Sternen eingeteilt werden. Ist das Tiefkühlfach mit einem Eiskristall gekennzeichnet, handelt es sich um ein Ein-Sterne-Fach, in dem gefrorene Lebensmittel ein bis drei Tage aufbewahrt werden können. In einem Zwei-Sterne-Fach liegen die Temperaturen zwischen -12 und -18 Grad, sodass Lebensmittel bis zu 14 Tage gelagert werden können. Ein Drei-Sterne-Fach ermöglicht eine Lagerung bis zu sechs Monate und mit Vier-Sterne-Fächern kann Tiefkühlkost sogar bis zu einem Jahr aufbewahrt werden.

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Im Kühlschrank, im Keller oder doch bei Zimmertemperatur – was wird wo gelagert?

 

Obwohl der Kühlschrank für zahlreiche Produkte den optimalen Aufbewahrungsort darstellt, reagieren einige Lebensmittel empfindlich auf Kälte. Südfrüchte wie Bananen bekommen bei kalten Temperaturen rasch braune Flecken. Daher sollten sie besser bei Zimmertemperatur gelagert werden.

Darüber hinaus gehören auch Gemüsesorten mit einem hohen Wasseranteil nicht unbedingt in den Kühlschrank. Tomaten, Auberginen und Zucchini verlieren durch die kalten Temperaturen ihr Aroma. Lagern Sie das Gemüse besser in einem kühlen Keller oder einer dunklen Speisekammer.

Ebenso gibt es hinsichtlich der Lagerung von Brot unterschiedliche Ansichten: Zwar ist Brot im Kühlschrank vor Schimmel geschützt, allerdings trocknet es aufgrund der niedrigen Temperaturen sehr schnell aus, so dass es an Geschmack verliert. Besser ist es daher, den Brotlaib in einem Brotkasten aus Ton oder Steingut aufzubewahren. Diese Behälter nehmen überschüssige Feuchtigkeit gut auf und geben sie bei Bedarf wieder an das Brot ab, so dass das Brot länger frisch bleibt. Weitere Tipps zur optimalen Lagerung von Lebensmittel finden Sie in unserem Beitrag zur richtigen Vorratshaltung

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Aufbewahrungstipps für den Kühlschrank
 

  • Ordnung wird zur Gewohnheit: Versuchen Sie den Kühlschrank immer nach demselben System einzuräumen, damit dies zur Gewohnheit wird und Sie nicht immer wieder darüber nachdenken müssen, wo welche Lebensmittel am besten aufbewahrt werden. Sie werden sehen: Schon nach zwei bis drei Wocheneinkäufen wird sich beim Einsortieren der Speisen eine erste Routine eingestellt haben.
  • Kühlkette aufrecht erhalten: Im Sommer sorgen die hohen Temperaturen dafür, dass sich Frischwaren im Handumdrehen erwärmen und damit einen optimalen Nährboden für Bakterien bilden. Verwenden Sie deswegen zum Transport der Produkte geeignete Kühltaschen, die Sie im Idealfall mit Kühlakkus ausstatten. Zuhause angekommen legen Sie die Waren möglichst schnell in den Kühlschrank. Fangen Sie am besten mit dem Verstauen von rohem Fisch, Meeresfrüchten und Frischfleisch an, diese Waren verderben am schnellsten. Anschließend sollten Frischmilch und Milchprodukte aufgeräumt werden, bevor Sie gekauftes Obst, Gemüse und frische Kräuter im Gemüsefach des Kühlschranks verstauen.
  • FeFo-Verfahren: Sortieren Sie Ihren Kühlschrank ähnlich wie im Supermarkt. Die Produkte, die ein zeitnahes Ablaufdatum besitzen, werden vorne platziert und Waren mit einem späteren Verfallsdatum finden im hinteren Bereich des Kühlschranks Platz.
  • Nicht überladen: Damit die Temperaturen in den einzelnen Kühlzonen stabil bleiben, achten Sie darauf, den Kühlschrank nicht zu überladen. Nur wenn die Luft zirkulieren kann, lässt sich eine lange Lagerung gewährleisten. Entscheiden Sie sich daher beim Kauf für eine passende Kühlschrankgröße. Ein kleines Kühlgerät mit 150 Litern Fassungsvermögen und etwa 88cm Höhe ist für ein bis zwei Personen ausreichend. Familien oder Haushalte, die vieles auf Vorrat kaufen, wählen hingegen größeres Gerät mit einer Höhe von etwa 145 cm mit 215 Liter Fassungsvermögen.
  • Richtige Verpackung: Verpacken Sie Lebensmittel wie Frischfleisch oder Reste von fertig gegarten Speisen in Glas- und Porzellangefäßen, die Sie mit Frischhaltefolie oder einem Teller abdecken. Speisereste und klein geschnittenes Gemüse können Sie alternativ in verschließbaren Kunststoffdosen aufbewahren. Weil Milchprodukte leichte fremde Gerüche annehmen, bewahren Sie Butter und Käse am besten in Behältern auf, die sich luftdicht verschließen lassen. Ebenso sollten frisches Fleisch, Wurstaufschnitt und Fisch nicht offen aufbewahrt werden. Weil geöffnete Konservendosen unter Umständen Zinn an den Inhalt abgeben, füllen Sie Mais, Bohnen oder eingelegtes Obst in einen verschließbaren Behälter um.
  • Essen abkühlen lassen: Möchten Sie die Reste gekochter Speisen im Kühlschrank aufbewahren, lassen Sie diese erst vollkommen abkühlen, bevor Sie sie in den oberen Bereich des Kühlschranks stellen. Ansonsten benötigt das Gerät einerseits sehr viel Energie für Kühlung, andererseits erhöht sich die Innentemperatur des Kühlschranks, was sich negativ auf die Haltbarkeit der übrigen Lebensmittel auswirkt.
  • Temperatur anpassen: Damit der Kühlschrank trotz hoher Außentemperaturen im Sommer kühl bleibt, drehen Sie den Temperaturregler einfach eine oder zwei Stufen höher. Im Winter kann die Temperatur hingegen etwas gedrosselt werde.
  • Kühlschranktür geschlossen halten: Viele Menschen lassen die Türe ihres Kühlschranks einfach zufallen, nachdem sie die gewünschten Lebensmittel entnommen haben. Allerdings ist die Tür in diesem Fall nicht immer richtig geschlossen, sodass Kälte entweichen kann und der Kühlschrank warm wird. Achten Sie deswegen darauf, dass die Kühlschranktür stets komplett geschlossen ist.
  • Regelmäßige Pflege: Tauen Sie den Kühlschrank sowie das integrierte Gefrierfach etwa einmal im Jahr ab. Auf diese Weise arbeitet der Kühlschrank effizient und stromsparend. Die gründliche Reinigung entfernt Bakterien und trägt damit der Frische Ihrer Lebensmittel bei.
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Hygiene im Kühlschrank – So halten Sie Ihren Kühlschrank sauber


Schmutzige Verpackungen, pestizidbelastetes Gemüse und Obst sowie Bakterien an unseren Händen und Fingern – täglich gelangen Keime und Krankheitserreger in unseren Kühlschrank. Diese vermehren sich aufgrund der niedrigen Temperaturen zwar nur sehr langsam, dennoch möchten Sie Ihre Lebensmittel wahrscheinlich ungern mit Schimmelpilzen, Salmonellen oder Darmbakterien teilen.

Reinigen Sie Ihren Kühlschrank deswegen alle vier bis sechs Wochen. Je mehr Personen den Kühlschrank verwenden, desto häufiger sollte er geputzt werden. Zum Reinigen genügen warmes Wasser, etwas Spülmittel, Essig oder ein wenig Allzweckreiniger sowie ein sauberer Putzlappen. Säubern Sie nicht nur den Innenraum, sondern denken Sie ebenso an die Kühlschranktüre und deren Dichtungsgummi. Falls Ihr Kühlgerät Essensgerüche angenommen hat, verwenden Sie zum Nachwischen einfach etwas Zitronenwasser, um die Gerüche neutralisieren.

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